quer beet ii


Pokhara (erste Eindruecke)
Juni 26, 2008, 11:23
Gespeichert unter: Nicolas

Nachdem mich Krankenschwester Kathrin soweit gesundgepflegt hat, dass ich wieder aus dem Haus kann und sie selber sich auch etwas erholt hat, machen wir uns nun auf Pokhara etwas genauer zu erkunden. Vorneweg: Das Restaurant gegenueber, von dem schon die Rede war, hat ganz entscheidend zu unserer Genesung beigetragen, zu erstklassigen Pizzas und Spaghetti hat es unsere von Bollywood-Musik geschundenen Ohren mit amerikanischem Jazz verwoehnt. Neben guten Restaurants gibt es in Pokhara aber auch noch anderes; einen See zu Beispiel. Der See ist zwar nich gross, dafuer aber umso schoener. Waerend auf einer Seite das Staedchen liegt, sind die steilen Haenge auf der anderen Seite von dichtem Urwald bedeckt, in dem unzahlige schneeweisse Wasservoegel wohnen. Auf dem See schwimmen grosse Seerosen-Inseln und viele traditionelle Ruderboote, durch die auch auf unserer Seite herabhaengenden Aeste betrachtet ein wahrhaft idyllisches Bild. Sollte uns nicht einer der immer haeufiger werdenen Monsoon-Schauer davon abhalten, werden wir uns nun auch so ein Boot mieten uns zu einem der auf Inseln liegenden Wassertempeln hinausrudern.



Pokhara (Zwischenmeldung)
Juni 24, 2008, 6:44
Gespeichert unter: Kathrin

Es stand viel auf unserem Programm am ersten Tag in Pokhara, was wir auf weiteres verschieben muessen, wie es scheint. Wir wollten ausfuehrlich fruehstuecken gehen, als Nicolas Verdauung ploetzlich durchdrehte. Als wir dann doch bei Tische sassen und assen, wurde Nicolas immer bleicher und er ging schliesslich ins Hotelzimmer zurueck. Als ich zurueck kam und ihn so auf dem Bett liegen sah bin ich ehrlichgesagt schon etwas erschrocken. Er war weiss wie das Bettzeug und atmete heftig. Ich mass Fieber und tatsaechlich zeigte der Fiebermesser 38.7 an. Durch den Brechdurchfall wurde er immer schwaecher und ich machte mich auf, einen Arzt zu suchen. Von einer Apotheke bekam ich einige Medikamente, ueber die ich mich im Internet informierte, bevor ich wieder ins Hotel ging. Ich gab Nicolas die Tabletten und er schlief einige Zeit. Ich mass immer wieder Fieber und als er dann 39.4 Grad hatte und seine Beine, Haende nicht mehr durchblutet wurden bekam ich etwas Angst. Ich wollte zum Arzt und auch Nicolas fand es das Beste. An der Hotelreception sagte man mir, wir sollen einfach ins Spital gehen, ein Arzt koenne hier wenig machen. Ich packte also einen Rucksack mit dem Noetigsten und legte die Kleider fuer Nicolas bereit. Als ich ihn weckte meinte er, die Medizin habe angeschlagen und er merke, wie es etwas besser werde. Ich packte alles wieder aus und machte ihm kalte Wickel. Gegen Abend schien es ihm wirklich besser zu gehen, das Fieber wurde auch immer weniger. Am Abend ging ich ins Restaurant nebenan, ass etwas Kleines und brachte Nicolas etwas mit, damit er wieder ein bisschen zu Kraeften kommt. Heute morgen schien es ihm schon wieder viel besser zu gehen, zum Fruehstueck ist er sogar aufgestanden. Er bleibt vorerst jedoch im Bett, mit dem Fieber ist nicht zu spassen. Wie man hoffentlich merkt muss man sich keine Sorgen um Nicolas machen, auch wenn die ganze Sache sehr unangenehm fuer ihn ist, er ist in guten Haenden.

Fuer mich ist das ganze nicht so einfach, denn ich kann mich hier nicht so frei bewegen und moechte ja auch Nicolas nicht zu lange alleine lassen. Die Maenner hier sind schon ziemlich aufdringlich, auf eine sehr unangenehme Art. Ich fuehle mich einfach nicht so sicher, deshalb lese ich viel und pflege Nicolas. Die tibetische Medizin, welche ich schon ueber eine Woche nehme scheint etwas nach zu lassen, meine Verdauung spielt also ebenfalls verrueckt. Wir sind uns am ueberlegen, ob wir eventuell die Busfahrten bis nach Darjeeling auslassen und von hier mit dem Flugzeug an die oestliche Grenze fliegen, die Sicht auf das Himalayagebirge soll genial sein. Vorerst ist jedoch einfach viel Ruhe angesagt.



Royal Chitwan – Pokhara
Juni 24, 2008, 6:17
Gespeichert unter: Kathrin

Am zweiten Tag im Nationalpark wurden wir um halb sechs geweckt, so frueh sind wir definitiv noch nie aufgestanden auf unserer Reise. Es gab Tee und instant Coffee, wobei die Ameisen den Zucker und den Coffee erobert hatten und wir uns auf den Schwarztee beschraenkten. Vor dem richtigen Fruehstueck stand ein sogenanter Jungel Walk auf dem Programm, bei dem man zuerst informiert wurde, bei welchem Tier man sich wie verhalten soll, beim Baeren sollte man zum Beispiel so schnell als moeglich auf einen Baum klettern, was definitiv niemand von uns Touristen geschafft haette. Wir liefen also etwas laenger als eine Stunde quer durch den Jungel, wobei wir mehr auf unsere Fuesse achteten, als auf das, was um uns herum war. Es gab auch nicht viel zu sehen, denn zu Fuss im Jungel erkennen uns alle Tiere als Menschen und meiden unseren Weg. Mit dem Boot gings dann wieder zum Camp zurueck, wo ein trockenes Muesli mit extrem saurem Curd und alte Toeste auf uns warteten. Nach dem Fruehstueck hatten wir etwas Zeit fuer uns, eine Stunde spaehter warteten wieder die Elefanten auf uns. Diesmal hatten Nicolas und ich einen Elefanten fuer uns, was einiges komfortabler war als zu viert. Wir sahen einen relativ grossen Adler, einen Hirsch, Reh und Affen. Der Mahout stieg vom Elefanten und erklaehrte mir, ich solle doch auf den Hals sitzen fuer ein Foto, was ich dann auch tat. Ich sass also auf dem Elefantenhals und hielt mich hinten am Sitz fest, der Mahout ist sonst nur mit den Fuessen angemacht. Nachdem der Mahout Fotos gemacht hatte, setzte er sich auf meinen Platz hinten auf dem Sitz und gab dem Elefanten ein Befehl los zu laufen. Ich ritt also auf diesem grossen Tier und musste vor Begeisterung immer wieder die raue Kopfhaut mit den vielen stoppeligen Haaren anfassen. Beim Laufen spuehrte ich immer wieder die Schulterblaetter des Elefanten und war froh wieder hinten auf den Sitz zu Nicolas zu wechseln. Wieder im Camp war schon bald das Mittagessen angesagt und nach der Mittagspause, in der wir eine Stunde Schlaf nachholten, gings weiter mit Elefant Bathing. Man sagte uns, wir sollen unsere Badeanzuege anziehen, weil wir ja nass werden, wenn wir im Fluss auf dem Elefantenruecken uns vom Elefanten nassspritzen liessen. So sehr ich die europaeische freizuegige Bademode schaetze, kam sie mir hier einfach unangebracht vor. Nicolas und ich zogen einfach Kleider an, die nass werden konnten. Als wir dann zum Fluss kamen sahen wir den Elefanten schon baden, ein wunderschoenes Bild. Der „Instruktor“, wie ich ihn jetzt einmal nenne, fragte mich gleich, ob ich als erste baden wollte, es konnte immer nur einer nach dem andern auf dem Elefanten sizten. Der Instruktor war mir ehrlichgesagt ziemlich unsympathisch und ich liess Julia und Raphael vorgehen. Zudem standen eine Horde indischer Touristen neben uns, was die Sache nicht angenehmer machte. Da nur immer eine Person auf dem Elefanten sitzen konnte war man sehr exponiert und als der Instruktor mich ansah und sagte ich solle mich bereit machen, wurde mir klar, das ich das Elefant Bathing auslassen wuerde. Das Ganze kam mir ein bisschen vor, als wuerde sich der Instruktor an der europaeischen Freizuegigkeit erfreuen wollen und dass es nicht primaer um das Baden ging. Auch Nicolas verzichtete auf das Baden. Das Programm wiederholte sich mehr oder weniger und wir waren nicht unfroh, auch wenn es sehr eindruckliche Tage waren, als es am naechsten Tag wieder Richtung Zivilisation, sprich Pokhara ging.

Wie schon erwaehnt ist auch die Weiterreise im Preis inbegriffen und das Hotel schien beim Busticket einiges eingespart zu haben, denn es war alles andere als ein komfortabler Touristenbus. Im Bus war es stickig heiss und er war vollgestopft mit Einheimischenund deren Gepaeck. Im Bus waren einige Musikboxen angebracht, was mich Boeses ahnen liess. Waehrend sechs Stunden Busfahrt wurden wir von sehr lauter indischer Popmusik (wir mussten uns anschreien um uns zu verstehen) begleitet, zu der jeweils der Videoclip im Fernseher lief. Es scheint mir, als muesse diese Kultur (hauptsaechlich die indische) ihr nicht ausgelebtes Sexualleben auf die Musikbranche uebertragen, die Maenner im Bus glotzten auf jeden Fall gebannt auf den Bildschirm. 9Doch zu diesem Thema muss ich diesmal kurz fassen, vielleicht schreibe ich ein anderes mal darueber, Schreibstoff gaebe es auf jeden Fall viel.) Ich war froh um meinen Fensterplatz und betrachtete staunend die unendlich gruene und wunderschoene Natur Nepals. Etwas erschreckend waren die Lkws und deren Geruest, wenn es noch als solches erkennbar war, die von der Fahrbahn abgekommen sind. Aber auch diese Schreckensfahrt nahm ihr Ende und wir glaubten es kaum, wirklich in Pokhara angekommen zu sein. Es sollte uns eigentlich ein Taxi abholen kommen, denn wir hatten schon in einem Hotel fuer eine Nacht gebucht. Nach dieser Busfahrt wunderte es uns jedoch nicht, dass uns auch niemand abholen kam und wir nahmen mit Julia und Raphael ein Taxi, welches uns zu einem Hotel brachte, direkt neben dem See. Ende gut Alles gut, wir genossen den Abend in Pokhara sehr, denn neben unserem Hotel werden im Cafe Concerto die besten Pizzas in ganz Pokhara gemacht.



Royal Chitwan National Park
Juni 22, 2008, 2:36
Gespeichert unter: Kathrin

Als wir am Morgen sehr frueh zum Nationalpark aufbrachen, erhofften wir noch kurz etwas Kleines essen zu koennen, doch als wir zur Reception kamen, mussten wir zuerst eine Horde Angestellter wecken, welche auf Sofas neben leeren Whisky- und Bierflaschen schnarchten. Wir machten uns also ohne Fruehstueck auf den Weg, mit uns kam ein deutsches Paerchen, welches ebenfalls im Nationalpark uebernachten sollte. Die Busfahrt war sehr chaotisch, also normal fuer nepalesische und indische Verhaeltnisse. Wir standen einige Stunden im Stau, es war stickig und unbequem, aber wir hatten uns nichts anderes vorgestellt. Als wir dann aus dem Bus ausstiegen erwartete man uns schon, mit einem kleinen Bus gings weiter Richtung Jungel. Im Bus waren hinten grosse Saecke Lebensmittel gelagert, wir machten uns auf viel Gemuese, haupsaechlich Kartoffeln gefasst. Die Busfahrt mit dem kleinen Bus fuehrte auf einer Strasse durch den Nationalpark, an der viele Bauern ihre Haeuser hatten. Fuer mich war es ein ganz spezieller Moment, die Menschen bei ihrer Arbeit zu sehen, Frauen mit Kindern, alte Menschen die im Schatten sitzen, Ziegen mit ihren Kleinen, kurz, die reinste Idylle. Fuer eine Fotoreportage ueber Nepal waehre dies ein idealer Ort. Auf dieser Strasse liefen auch viele Kinder, die grosse Schwester mit der kleinen Schwester an der Hand oder Freunde, die gerade einen Streich aushecken, Bilder, die ich nie vergessen werde. Die Kinder schrien immer schon von weitem und winkten uns heftig, auch die Frauen lachten mich an, selten habe ich von Fremden ein solch herzliches, aufrichtiges Lachen erhalten. Mit dem Boot gings ueber den Fluss auf die Insel, auf der wir uebernachten sollten. Unser Gepaeck wurde uns abgenommen, wir mussten uns darum nicht mehr kuemmern, es wurde uns ins Bungalow gebracht.
Wir wurden herzlich empfangen, Erfrischungstuecher und Wasser standen auch bereit. Wir haben in Kathmandu eine Art Packet gekauft, wo die Hinreise, zwei Uebernachtungen, Essen, Programm im Jungel und die Weiterreise inbegriffen sind. Als erstes stand Elefantenreiten auf dem Programm, auf das wir uns schon sehr gefreut haben. Es war auch wirklich ein spezieller Moment, als wir das erste Mal auf eines dieser so faszinierenden Tiere gestiegen sind. Wir sassen also zu viert, das deutsche Paerchen und wir gehoerten schon fast zusammen, auf einem vom Regen nassen Elefantensattel, was eng und ziemlich unbequem war. Die Faszination liess uns jedoch alles vergessen und ohne zu reden stapften wir auf diesem riesigen Elefanten in den Jungel. Schon nach kurzer Zeit sahen wir von weitem ein Nashorn in einem Schlammloch baden, der Mahout, der vorne auf dem Hals sass, fuehrte den Elefanten sehr nahe an das Nashorn heran, die Distanz betrug nur noch etwa fuenf Meter. Wir fotographierten natuerlich wie wild, das Nashorn schien sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen, es erkannte uns auch nicht als Menschen, sondern nahm nur den Elefanten wahr. Staunend sassen wir auf dem Elefanten, bis sich zwei weitere Elefanten zu uns gesellten und das Nashorn ins Gebuesch verschwand. Wir gingen weiter Richtung Fluss, wo wir zwar nicht auf erhofte Tiger stiessen, uns jedoch die Natur und das Licht der Abendsonne in den Bann zogen. Nach fast zwei Stunden kehrten wir zum Camp zurueck, wo wir noch einige Zeit um den Elefanten rum standen, und den Ruessel anfassten, immer noch voller Faszination. Vor dem Abendessen hatten wir noch kurz Zeit zu duschen, wir bewohnten ein Bungalow nur wenige Meter vom Fluss enfernt. Wir assen gemeinsam mit dem deutschen Paerchen, namentlich Julia und Raphael, gingen jedoch schon um neun ins Bett, da wir totmuede von diesem eindrucksvollen Tag waren.



Kathmandu – Der Plan
Juni 19, 2008, 10:39
Gespeichert unter: Nicolas

Da Kathrins Verdauung sich schon seit einiger Zeit wieder unangenehm bemerkbar macht, und sie nicht sonderlich Lust hat schon wieder eine Antibiotika-Kur zu machen, haben wir uns auf die Suche nach einem Tibetischen Arzt gemacht. Nachdem das Zeug bei mir genuetzt hat ist es einen Versuch wert. Wir landeten in einer Tibetischen Klinik, wo Kathrin einen ganzen Sack voll verschiedenster Goat-Balls verschrieben bekam. Sechs Wochen lang soll sie nun jeden Tag zu jeder Mahlzeit zwei Kugeln essen, jeden sechsten Tag aber nur eine einzige, die so wertvol zu sein scheint, dass jede einzeln in einem Seidensaeckchen eingebunden ist… mal sehen obs besser wird…

Nachdem wir unser Traumhotel in vollen Zuegen genossen haben, in alten Kolonialgaerten umherspaziert sind und uns Kathmandu angesehen haben, konnten wir uns nun auch entscheiden wies weitergehen soll:

Morgen 6.30 faehrt unser Bus in die Naehe des Royal Chitwan National Park, wo uns dann (hoffentlich) ein Jeep abholen kommt und uns in den Jungel faehrt, wo wir drei Tage bleiben um von Elephanten herab nach Tigern, Krokodilen, Nashoernern und Voegeln Ausschau zu halten. Danach gehts weiter nach Pokhara, von wo wir (je nach Wetter) den einen oder anderen Treck Richtung Annapurna unternehmen werden. Nachher durchqueren wir Nepal Richtung Sikkim und Darjeeling, von wo aus es nach Kalkutta geht. Von Kalkutta fliegen wir am 29.07 ueber Dubai zurueck nach Zuerich. Ironischerweise waere der Anschlussflug nach Peking teurer gewesen als der Flug Kolkatta – Zuerich; ausserdem umgehen wir so weitere Scherereien mit der Chinesischen Buerokratie.

Bis Pokhara gibts wahrscheinlich keine weiteren Meldungen mehr, im Jungel gibts keinen Strom und entsprechend warscheinlich auch kein Internet



Kathmandu
Juni 16, 2008, 2:07
Gespeichert unter: Nicolas

In Kathmandu angekommen, ging alles unsaeglich einfach, wir kriegten unsere Visa in den Pass gestempelt und tatsaechlich lagen unsere Rucksaecke irgendwo in der Ankunftshalle auf dem Boden rum.

In Kathmandu herrscht gerade Taxi-Streik, weil das Benzin einige Rupien teurer geworden ist, weshalb sich ein dutzend Hotelvertreter um die Gunst stritten uns in ein (ihr) Hotel fahren zu duerfen. Wir hatten Glueck mit unserer Wahl und leben nun in einem wahren Gemach, in dem es eine Badewanne und einen Klopapierhalter hat, und das Bett gemacht wird und die Handtuecher gewechselt werden wenn wenn mal nicht hinsieht. Allgemein sind wir positiv ueberrascht von Nepal, von der viel besungenen Luftverschmutzung in Kathmandu merken wir nach Schockerlebnissen wie Amritsar und Delhi nicht mehr viel und der ebenso legendaere Strassenverkehr kommt uns nach Indien geradezu geregelt vor. An die aktuellen politischen Unruhen wird man nur durch eine sehr heftige Polizeipraesenz errinnert, da aber das Koenigliche Militaer bereits entwaffnet ist, ist das nicht weiter beunruhigend. Generell ist von den blutigen Auseinandersetzungen im Vorfeld der Wahlen nichts mehr zu merken, seit der Koenig gestuerzt ist befindet sich das Land in einem Freudentaumel, der Palast ist bereits ein Museum. Sonntag Nacht haben offenbar Royalisten noch versucht einen alten Mercedes-Benz, ein Geschenk Hitlers an den Nepalesischen Koenig, aus dem Palast zu stehlen, da aber das Diebesgut etwas unhandlich war ist die Sache natuerlich aufgeflogen.

Heute sind wir nun auf das Chinesiche Konsulat um uns um unser Visum zu bemuehen. Tatsaechlich gerieten wir in diesem Hochsicherheitsbunker an einen netten Beamten, der sich etwas Zeit fuer uns nahm; nach unseren Erfahrungen mit der Zuercher Botschaft eine wahre Wohltat. Was uns der nettte Herr allerdings erklaehrte war alles andere als eine Wohltat: Seit dem 15 April koennen Auslaender nur noch in Ihrem Heimatland ein Visum beantragen. Weshalb das auf keiner Internetseite deklariert ist, man uns das in Zuerich nicht gesagt hat und hauptsaechlich warum Globetrotter das nicht wusste ist uns unerklaehrlich. Der Beamte hatte allerdings Mitleid mit uns und meinte er koenne uns ein Transitvisum fuer 5 Tage ausstellen, dafuer muessten wir allerdings in zwei Wochen wieder in Kathmandu antraben und eine Woche aufs Visum warten, was nun wirklich gar nicht in unser Programm passt. Da wir allerdings nicht unbedingt Lust haben einen Flug und ein Hotel in Peking zu buchen (Voraussetzung fuer ein Visum) und dann an einen anderen Beamten zu geraten, der gerade nicht so gute Laune hat, sind wir momentan eher geneigt einen Flug direkt von Nepal oder Indien in die Schweiz zu kaufen.



Delhi
Juni 16, 2008, 1:25
Gespeichert unter: Nicolas

Delhi empfieng uns schon rund hundert Kilometer vor der Stadt mit einem gelblich-gruenen Smogschleier, der sich dann am Stadtrand zu einem solchen Nebel verdichtete, dass die Sicht auf etwa 300 meter eingeschraenkt wurde. Zusammen mit 32 Grad Celsius und etwa 90% Luftfeuchtigkeit keine sonderlich angenehme Kombination. Nachdem wir uns bei YMCA, das ausgebucht war, von den beiden Amerikanern verabschiedet hatten, liessen wir uns von einer Rikshaw von einem teuren Hotel zum naechsten fahren, bis wir akzepiert hatten, dass es In Delhi wohl kein vernuenftiges Hotel zum vernuenftigen Preis gibt. So landeten wir schlussendlich in einem nicht ganz billigen Hotel, das aber fuer das Geld auch echt was zu bieten hatte. Wir hatten Klimaanlage, Fernseher, Badetuecher, Zimmerservice und ein rundes Bett! Wie im Film…

Am naechsten Tag wagten wir uns wieder in die Hitze der Grossstadt, die Smogglocke hatte sich gelichtet, dafuer schien jetzt die unbarmherzige Sonne auf unsere Koepfe. Wir kundschafteten das Herz Delhis den Connaught Square aus und kauften in einer wunderbar gekuehlten Buchhandlung einige Buecher. Nachdem wir allerdings einmal um den Platz gelaufen waren zog es uns schon wieder in unser klimatisiertes Hotel, die Hitze war zu erdrueckend. Wenn auch Delhi auf uns einen sehr viel besseren Eindruck als Mumbay gemacht hat, so war es wohl nicht ganz die richtige Jahreszeit fuer ausgedehnte Streifzuege.

Am naechsten Morgen standen wir schon frueh auf, obwohl unser Flug erst um 12 Uhr mittags fliegen sollte. Da wir nun die indische Buerokratie und Hilfsbereitschaft kannten, befanden wir es fuer besser etwas mehr Zeit als noetig einzuplanen. Auf dem Flughafen angekommen gab es zwar keine langen Wartezeiten, bis uns als Auslaender allerdings klar war, was in welcher Reihenfolge und wo zu tun war vergieng einiges an Zeit. Zuerst ist selbstverstaendlich ein Formular auszufuellen, dann muss man das Gepaeck, das man aufgeben will roentgen und versiegeln lassen und es dann aufgeben. Nachdem wir unsere Tickets bezogen hatten mussten wir durch ein Gewirr von Absperrbaendern (selbstverstaendlich ist nichts angeschrieben) zur Immigrationsbehoerde (bei der Ausreise?), unsere Paesse und Visas Stempeln lassen. Nach dem Security-Check hatten wir einige Bedenken, immerhin hatten insgesamt eineinhalb Liter Wasser im Handgepaeck, die von der X-Ray Maschine nicht bemerkt wurde. Nachdem wir herausgefunden hatten von welchem Dock unser Flug starten wuerde, sassen wir bis 12 Uhr in einer Baustelle vor einer Tuer die aufs Flugfeld fuehrte und warteten auf weitere Ereignisse. Irgendwann kam ein Buss vorbei und nachdem wir unser Ticket vier verschiedenen Leuten vorgezeigt hatten durften wir einsteigen. Der Bus stand aber zunaechst mal fuer 20 Minuten an Ort und Stelle und wartete auf Godot, waerend uns im Innern langsam schlecht wurde von den Ausduenstungen all der zusammengepferchten Menschen. Bis unser Flugzeug dann abhob war es etwa viertel nach eins und die Kinder von einigen dutzend indischen Familien schrien als die Beschleunigung einsetze.



Rishikesh – So gehts weiter
Juni 14, 2008, 7:19
Gespeichert unter: Kathrin

Nachdem wir uns ja eigentlich fuer den Landweg nach Nepal entschieden hatten, sieht unsere Reise schon wieder ganz anders aus. Wir haben in Rishikesh, nachdem wir ueber drei Kilometer in der Hizte zum Busbahnhof gelaufen sind, von einem unfreundlichen Angestellten erfahren, dass es nur von Haridwar aus oeffentliche Busse gibt, welche zu einer normalen Zeit an der Grenze ankommen, unser Ziel war Banbassa, eine kleine Stadt wenige Kilometer von der nepalesischen Grenze entfernt. Unser Landweg haette also folgendermassen ausgesehen: Bus nach Haridwar (Pilgerhochburg und es ist gerade Saison!), uebernachten in Haridwar, 14h oeffentlicher Bus nach Banbassa, Uebernachtung in Banbassa, Bus ueber Grenze, Visa einholen, ueber 18 Stunden oeffentlicher Bus in Nepal bis zur naechst groesseren Stadt. Es ist vielleicht verstaendlich, dass wir nicht begeistert von dieser Variante waren, zu den langen Busfahrten kommt noch die Hitze (ca.30Grad), die frische Bergluft fehlt uns hier im Flachland sehr. Angesichts dieser Horrorfahrt ueberlegte sich Nicolas ernsthaft ob wir uns ein eigenes Motorrad kaufen sollten. In Indien wird immer noch das Urmodell des Englischen Motorrads „Royal Enfield“ gebaut und ist bei Travellern wegen seiner Robustheit sehr beliebt. So ueberlegten wir uns ob auch wir zu solchen Motorrad-Travellern werden sollten, das Internet bestaetigte uns allerings in unserer Befuerchtung, dass es naemlich nicht so eine gute Idee ist, im Land mit den meisten Verkehrstoten auf einer 350qcc-Maschine fahren zu lernen.
Als wir im Internetcafe waren, habe ich nach Fluegen nach Pokhara oder Kathmandu gesucht und ein paar gute Moeglichkeiten entdeckt. Wir liessen diese Variante vorerst einmal offen. Einige Stunden spaehter, wir tranken gerade Fresh Lime Soda, da fragte uns ein Amerikaner, ob wir nicht am naechsten Morgen nach Delhi mit dem Auto mitfahren wollen, sie seien zu zweit und es kaeme natuerlich billiger, wenn wir zu viert ein Auto mieten wuerden. Nicolas war nicht so begeistert, aber ich glaube nicht wegen dieser neuen Option, sondern weil es einfach sehr muehsam und nervenaufreibend ist, sich einen guten Weg durch Indien zu suchen. Die Leute sind selten hilfsbereit, was es fuer uns nicht einfacher macht. Ich fand die Option via Delhi und dann mit dem Flugzeug ganz passabel, deswegen machte ich sie auch Nicolas etwas schmackhafter. Meine Verdauung spielt seit einigen Tagen wieder verrueckt, was mich nicht gerade wild auf lange, unbequeme Busfahrten macht. Am Abend begegneten wir nochmals den zwei Amerikaner und nach einer halben Stunde Bedenkzeit hatten wir den Entschluss gefasst, nach Delhi zu fahren und von dort aus mit dem Flugzeug nach Kathmandu zu fliegen. Im selben „Reisebuero“, in dem die Amerikaner das Auto gemietet hatten, konnten wir uns sehr preiswerte Fluege nach Kathmandu kaufen, der tiefe Wert des Dollars kam uns hier sehr entgegen. Wir packten also recht kurzfristig unsere Rucksaecke und schliefen beruhigt, die Unklarheit wies weitergehen soll hatten wir beseitigt.



Rishikesh
Juni 14, 2008, 7:19
Gespeichert unter: Nicolas

Natuerlich konnte der Fahrer kein Englisch, obwohl uns das versprochen worden war, fuhr einigermassen kriminell und wolle uns noch ein bisschen ueber den Tisch ziehen, aber das kann uns ja nicht mehr wirklich schrecken.

Aus unserem Reisefuehrer hatten wir uns bereits ein Hotel ausgesucht: Mrs. Bhandaris Swiss Cottage. Bei der Ankunft (und auch spaeter) konnten wir allerdings keine sonderliche swissness feststellen. Die Absteige hielt aber sonst einiges an Unterhaltung bereit. Wir waehnten uns teilweise in einem Irrenhaus, hierzu muss man allerdings zuerst einige Worte zu Rishikes als Stadt verlieren.

Seit sich die Beatles vor rund vierzig Jahren in Rishikes von einem de vielen Gurus in die Oestliche Spiritualitaet einfuehren liessen, hat sich hier eine wahre Selbstfindungsindustrie entwickelt. Erleuchtungshungrige aus aller Welt stroemen in die Stadt an der Gangesquelle um sich in einem der hunderten von Ashrams von einem der tausend Gurus den Weg zu sich selbst zeigen zu lassen. Allerdings ziehen solche Spiritualitaetsoasen neben ganz normalen Leuten auch ziemlich viele recht merkuerdige Gestalten an. So wurde uns im Gartenrestaurant unseres Hotels einiges geboten. Es gab z.B. „das Gespenst“, ein junger vollblut Hippie, der vor lauter Meditation (und warscheinlich auch noch ein parr Kraeutern) so dauerberauscht war, dass er sich immerzu bewegte wie ein fliegendes Gespenst, zu imaginaerer Musik tanzte oder mit imaginaeren Menschen sprach und kaempfte. Ausserdem gab es einen Afroamerikaner, der jeden morgen um fuenf Uhr Aufstand, mit nacktem Oberkoerper (in Indien ein no-go) joggen ging, hundert Kniebeugen, Klimmzuege und Rumpfbeugen machte, dann sechs Stunden Joga trainierte und schlussendlich sechs Stunden meditierte und generell furchtbar naturverbunden und gesund lebte. So gab es noch diverse Figuren, die sich jeden Abend In unserem Gartenrestaurant versammelten und sich gegenseitig mit ihren Joga-meditations-gesundheits-overkills zu uebertrumpfen versuchten. Nachdem sich jeder selbst das Gefuehl gegeben hatte heute besonders gut zu sich selbst gewesen zu sein, musste das selbstverstaendlich mit ganz viel Bier (Alkohol ist in Rishikesh eigentlich verboten) und Hanf gefeiert werden…

Rishikesh selbst erstreckt sich ueber einige Kilometer entlang des Ganga-Ufers (der Ganges ist hier noch nicht heilig), was die Stadt nicht gerade uebersichtlich macht. Die beiden Flussufer werden von zwei schmalen, fuer indische Verhaeltnisse topmodernen Fussgaengerbruecken verbunden, auf denen sich Menschen, Kuehe, Fahrraeder und Motorraeder tummeln. Mit unserem nun stolze 15 Kilo schweren Paket haben wir uns muehsam durch die Menschenmenge gedraengt. Es war schliesslich gar nicht so eine Sache, es ist nur zu hoffen, dass das Paket auch wirklich in einem Monat ankommt.



Shimla
Juni 9, 2008, 3:21
Gespeichert unter: Nicolas

Da wir auf unserem Programm Nako ausgelassen hatten waren wir einen Tag voraus. Nach Saharan wollte uns der Fahrer in irgendeinem Kaff kurz vor Shimla absetzen, was uns aber einigermassen missviel. Ausser einem voellig ueberteuerten Hotel gab es in diesem Dorf rein gar nichts und wir fragten uns ein wenig, wie wir unsere Zeit durchbringen sollten. Wir wiesen unseren Fahrer an, uns schon heute nach Shimla zu fahren, was ihm sichtlich nicht passte. In Shimla angekommen begann eine etwas muehsame Hotelsuche. Zum einen hatte unser Fahrer keine Ahnung von Shimla und fuhr bei jedem Hotel das wir suchten einmal um die ganze Stadt (die Innenstadt ist autofrei), zum anderen sind in Indien momentan gerade Sommerferien, weshalb alle Hotels voll waren. Schliesslich stellten wir unseren Jeep mitsamt Fahrer auf einen Parkplatz und machten uns zu Fuss auf die Suche. Wir fanden im YMCA Unterkunft, wo sich natuerlich trotz der Hochsaison kein hinduistischer Inder niederlassen wuerde. Das YMCA, dem Bau nach noch aus kolonialer Zeit stammend, liegt absolut traumhaft im Zentrum der Stadt, wir bezogen einen der vier „Luxus-Bungalows“ mit Bad,  eigenem englischem Rosengarten, Sitzplaetzen und Ausblick ueber ganz Shimla.

Da wir unseren Jeep noch fuer einen Tag laenger bezahlt hatten wollten wir am naechsten Tag noch einen Ausflug in ein nahe gelegenes heiliges Dorf unternehmen, wo es neben tropischer Flora und Fauna laut Karte auch einige heisse Quellen zu bestaunen geben sollte. Der Fahrer war allerdings der Meinung das er ja nichts dafuer koenne das wir nicht nochmal uebernachten wollten und das ein solcher Ausflug zusaezliche Kilometer bedeuten wuerde, weshalb so ein Ausflug nicht drinliege. Nachdem ich ihm aber eindringlich klar gemacht hatte dass wir den Jeep nich per Kilometer sondern per Tag gemietet hatten und das er uns einen Tag zurueckzahlen muesse, wenn er uns am naechsten Tag nicht dort hinfahre, gab er sich geschlagen. Am naechsten Tag fuhren wir dann also nach Tatta Pani, eine Strecke die eigentlich wunderbare Ausblicke bieten sollte. Allerdings war es so unglaublich neblig, dass man keine 50 Meter weit sehen konnte, auf einer einspurigen Bergstrasse mit indischem Verkehr nochmal ein Erlebnis fuer sich (niemand kaeme auch nur auf die Idee wegen Nebel die Scheinwerfer anzustellen, oder langsamer zu fahren). In Tatta Pani angekommen mussten wir merken, das von den in der Kolonialzeit erbauten Badehaeusern nur noch Ruinen uebrig waren, auf die heissen Quellen deutete auch nicht mehr hin als ein leichter schwefliger Geruch hin, der ab und zu vorueberwehte. Nachdem wir ein wenig durch die tatsaechlich sehr schoene Umgebung mit vielen schillernden Voegeln gewandert waren, setzten wir uns wieder in unser Auto und liessen uns zurueck nach Shimla kutschieren. Auf der Heimfahrt war der Nebel nicht mehr ganz so schlimm, von der Aussicht hatten wir aber dennoch nicht viel.

Am Abend und im Laufe des darauffolgenden Tages kundschafteten wir Shimla aus. Shimla ist auch heute noch „Queen of the Hill Stations“. Einst von den Englaendern als Fluchtort vor der Hitze ausgewaelt, entwickelte sich Shimla waerend der heissen Sommermonate zum sozialen Zentrum und Regierungssitz der Englischen Kolonialmacht. Noch heute besteht die ganze Innenstadt aus Haeusern im alten englischen Stil, an der Mall, der Haupstrasse, reihen sich edle englische Kleidermarken und Juweliere aneinander und die Hotels werden von livrierten Portierts bewacht und ueberbieten sich in Exklusivitaet und Preisueberhoehung. Heute sind es allerdings nicht mehr die Englaender die die Mall bevoelkern (welche frueher fuer Inder gesperrt war) sondern die Indische High Society und viele die gerne dazugehoeren wuerden. Es ist ganz offensichtlich, dass einige der indischen Touristen wohl sehr lange gespart haben um sich ein paar Tage in Shimla leisten zu koennen; entsprechend absurd ist das angebot an Luxus-Dienstleisungen, hier das Paradebeispiel: Auf der Mall finden sich diverse Maenner mit leeren Kinderwagen. Diese Kinderwagen kann man, wie wir herausgefunden haben, mieten. Waerend man in Dheli und Mumbay unmoeglich mit einem Kinderwagen umherfahren kann, ist dies in auf der Mall in Shimla moeglich, weshalb das als Luxus betrachtet wird. Da aber die indischen Kinder der Mittel- und Oberschicht fast alle fuerchterlich verzogen sind brauchen sie noch zusaezliche Unterhaltung. Auf jedem Kinderwagen ist deshalb vorne ein kleines Keyboard oder Spielzeugtelefon angebracht, das fuer jede Taste eine andere Melodie von sich gibt. Dementsprechend fahren auf der Mall diverse laermende Kinderwagen umher, indenen alles platziert wird was noch in einen Kinderwagen passt. So sieht man durchaus auch etwa zehnjaehrige Kinder hinter den Tasten.

Nachdem wir es uns nun vier Tage lang im YMCA und im immer gleichen Restaurant gut gehen liessen, haben wir nun fuer morgen ein Taxi gemietet, das uns nach Rishikesh bringt. Rishikesh ist von Shimla aus die einzig sinnvolle Zwischenstation auf dem Weg zur nepalesischen Grenze, allerdings ist die einzige Moeglichkeit dorthin zu kommen eine rund vierzehnstuendige Bergbusfahrt in einem oeffentlichen Bus, der Alptraum jedes Travellers. Ein Taxi ist da das Geld definitiv wert.