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Da wir auf unserem Programm Nako ausgelassen hatten waren wir einen Tag voraus. Nach Saharan wollte uns der Fahrer in irgendeinem Kaff kurz vor Shimla absetzen, was uns aber einigermassen missviel. Ausser einem voellig ueberteuerten Hotel gab es in diesem Dorf rein gar nichts und wir fragten uns ein wenig, wie wir unsere Zeit durchbringen sollten. Wir wiesen unseren Fahrer an, uns schon heute nach Shimla zu fahren, was ihm sichtlich nicht passte. In Shimla angekommen begann eine etwas muehsame Hotelsuche. Zum einen hatte unser Fahrer keine Ahnung von Shimla und fuhr bei jedem Hotel das wir suchten einmal um die ganze Stadt (die Innenstadt ist autofrei), zum anderen sind in Indien momentan gerade Sommerferien, weshalb alle Hotels voll waren. Schliesslich stellten wir unseren Jeep mitsamt Fahrer auf einen Parkplatz und machten uns zu Fuss auf die Suche. Wir fanden im YMCA Unterkunft, wo sich natuerlich trotz der Hochsaison kein hinduistischer Inder niederlassen wuerde. Das YMCA, dem Bau nach noch aus kolonialer Zeit stammend, liegt absolut traumhaft im Zentrum der Stadt, wir bezogen einen der vier “Luxus-Bungalows” mit Bad, eigenem englischem Rosengarten, Sitzplaetzen und Ausblick ueber ganz Shimla.
Da wir unseren Jeep noch fuer einen Tag laenger bezahlt hatten wollten wir am naechsten Tag noch einen Ausflug in ein nahe gelegenes heiliges Dorf unternehmen, wo es neben tropischer Flora und Fauna laut Karte auch einige heisse Quellen zu bestaunen geben sollte. Der Fahrer war allerdings der Meinung das er ja nichts dafuer koenne das wir nicht nochmal uebernachten wollten und das ein solcher Ausflug zusaezliche Kilometer bedeuten wuerde, weshalb so ein Ausflug nicht drinliege. Nachdem ich ihm aber eindringlich klar gemacht hatte dass wir den Jeep nich per Kilometer sondern per Tag gemietet hatten und das er uns einen Tag zurueckzahlen muesse, wenn er uns am naechsten Tag nicht dort hinfahre, gab er sich geschlagen. Am naechsten Tag fuhren wir dann also nach Tatta Pani, eine Strecke die eigentlich wunderbare Ausblicke bieten sollte. Allerdings war es so unglaublich neblig, dass man keine 50 Meter weit sehen konnte, auf einer einspurigen Bergstrasse mit indischem Verkehr nochmal ein Erlebnis fuer sich (niemand kaeme auch nur auf die Idee wegen Nebel die Scheinwerfer anzustellen, oder langsamer zu fahren). In Tatta Pani angekommen mussten wir merken, das von den in der Kolonialzeit erbauten Badehaeusern nur noch Ruinen uebrig waren, auf die heissen Quellen deutete auch nicht mehr hin als ein leichter schwefliger Geruch hin, der ab und zu vorueberwehte. Nachdem wir ein wenig durch die tatsaechlich sehr schoene Umgebung mit vielen schillernden Voegeln gewandert waren, setzten wir uns wieder in unser Auto und liessen uns zurueck nach Shimla kutschieren. Auf der Heimfahrt war der Nebel nicht mehr ganz so schlimm, von der Aussicht hatten wir aber dennoch nicht viel.
Am Abend und im Laufe des darauffolgenden Tages kundschafteten wir Shimla aus. Shimla ist auch heute noch “Queen of the Hill Stations”. Einst von den Englaendern als Fluchtort vor der Hitze ausgewaelt, entwickelte sich Shimla waerend der heissen Sommermonate zum sozialen Zentrum und Regierungssitz der Englischen Kolonialmacht. Noch heute besteht die ganze Innenstadt aus Haeusern im alten englischen Stil, an der Mall, der Haupstrasse, reihen sich edle englische Kleidermarken und Juweliere aneinander und die Hotels werden von livrierten Portierts bewacht und ueberbieten sich in Exklusivitaet und Preisueberhoehung. Heute sind es allerdings nicht mehr die Englaender die die Mall bevoelkern (welche frueher fuer Inder gesperrt war) sondern die Indische High Society und viele die gerne dazugehoeren wuerden. Es ist ganz offensichtlich, dass einige der indischen Touristen wohl sehr lange gespart haben um sich ein paar Tage in Shimla leisten zu koennen; entsprechend absurd ist das angebot an Luxus-Dienstleisungen, hier das Paradebeispiel: Auf der Mall finden sich diverse Maenner mit leeren Kinderwagen. Diese Kinderwagen kann man, wie wir herausgefunden haben, mieten. Waerend man in Dheli und Mumbay unmoeglich mit einem Kinderwagen umherfahren kann, ist dies in auf der Mall in Shimla moeglich, weshalb das als Luxus betrachtet wird. Da aber die indischen Kinder der Mittel- und Oberschicht fast alle fuerchterlich verzogen sind brauchen sie noch zusaezliche Unterhaltung. Auf jedem Kinderwagen ist deshalb vorne ein kleines Keyboard oder Spielzeugtelefon angebracht, das fuer jede Taste eine andere Melodie von sich gibt. Dementsprechend fahren auf der Mall diverse laermende Kinderwagen umher, indenen alles platziert wird was noch in einen Kinderwagen passt. So sieht man durchaus auch etwa zehnjaehrige Kinder hinter den Tasten.
Nachdem wir es uns nun vier Tage lang im YMCA und im immer gleichen Restaurant gut gehen liessen, haben wir nun fuer morgen ein Taxi gemietet, das uns nach Rishikesh bringt. Rishikesh ist von Shimla aus die einzig sinnvolle Zwischenstation auf dem Weg zur nepalesischen Grenze, allerdings ist die einzige Moeglichkeit dorthin zu kommen eine rund vierzehnstuendige Bergbusfahrt in einem oeffentlichen Bus, der Alptraum jedes Travellers. Ein Taxi ist da das Geld definitiv wert.
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Ich glaube, Rishikesh ist der Sitz Sri Sri Ravi Shankar (Elisabeths Lehrer). Habe damals vor Jahren auch einige seiner interessanten Belehrungen in Paris gehört. Jetzt muss der Ashram bereits eine halbes Dorf sein…. Kann es sein, dass ihr in der Nähe der Ganges-Quelle seid? Vielleicht fragt ihr einmal danach. Umarme Euch herzlich C.
Kommentar von CÄDI Juni 9, 2008 @ 3:39