Gespeichert unter: Nicolas
Natuerlich konnte der Fahrer kein Englisch, obwohl uns das versprochen worden war, fuhr einigermassen kriminell und wolle uns noch ein bisschen ueber den Tisch ziehen, aber das kann uns ja nicht mehr wirklich schrecken.
Aus unserem Reisefuehrer hatten wir uns bereits ein Hotel ausgesucht: Mrs. Bhandaris Swiss Cottage. Bei der Ankunft (und auch spaeter) konnten wir allerdings keine sonderliche swissness feststellen. Die Absteige hielt aber sonst einiges an Unterhaltung bereit. Wir waehnten uns teilweise in einem Irrenhaus, hierzu muss man allerdings zuerst einige Worte zu Rishikes als Stadt verlieren.
Seit sich die Beatles vor rund vierzig Jahren in Rishikes von einem de vielen Gurus in die Oestliche Spiritualitaet einfuehren liessen, hat sich hier eine wahre Selbstfindungsindustrie entwickelt. Erleuchtungshungrige aus aller Welt stroemen in die Stadt an der Gangesquelle um sich in einem der hunderten von Ashrams von einem der tausend Gurus den Weg zu sich selbst zeigen zu lassen. Allerdings ziehen solche Spiritualitaetsoasen neben ganz normalen Leuten auch ziemlich viele recht merkuerdige Gestalten an. So wurde uns im Gartenrestaurant unseres Hotels einiges geboten. Es gab z.B. “das Gespenst”, ein junger vollblut Hippie, der vor lauter Meditation (und warscheinlich auch noch ein parr Kraeutern) so dauerberauscht war, dass er sich immerzu bewegte wie ein fliegendes Gespenst, zu imaginaerer Musik tanzte oder mit imaginaeren Menschen sprach und kaempfte. Ausserdem gab es einen Afroamerikaner, der jeden morgen um fuenf Uhr Aufstand, mit nacktem Oberkoerper (in Indien ein no-go) joggen ging, hundert Kniebeugen, Klimmzuege und Rumpfbeugen machte, dann sechs Stunden Joga trainierte und schlussendlich sechs Stunden meditierte und generell furchtbar naturverbunden und gesund lebte. So gab es noch diverse Figuren, die sich jeden Abend In unserem Gartenrestaurant versammelten und sich gegenseitig mit ihren Joga-meditations-gesundheits-overkills zu uebertrumpfen versuchten. Nachdem sich jeder selbst das Gefuehl gegeben hatte heute besonders gut zu sich selbst gewesen zu sein, musste das selbstverstaendlich mit ganz viel Bier (Alkohol ist in Rishikesh eigentlich verboten) und Hanf gefeiert werden…
Rishikesh selbst erstreckt sich ueber einige Kilometer entlang des Ganga-Ufers (der Ganges ist hier noch nicht heilig), was die Stadt nicht gerade uebersichtlich macht. Die beiden Flussufer werden von zwei schmalen, fuer indische Verhaeltnisse topmodernen Fussgaengerbruecken verbunden, auf denen sich Menschen, Kuehe, Fahrraeder und Motorraeder tummeln. Mit unserem nun stolze 15 Kilo schweren Paket haben wir uns muehsam durch die Menschenmenge gedraengt. Es war schliesslich gar nicht so eine Sache, es ist nur zu hoffen, dass das Paket auch wirklich in einem Monat ankommt.
1 Kommentar bis jetzt
Einen Kommentar schreiben
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Hallo Ihr Lieben
Während Ihr unter der tropischen Hitze leidet und nach Nepal strebt, haben wir hier bis jetzt eine nasskalten Juni und die Schweiz ist aus der EM ausgeschieden…ansonsten freut es uns immer sehr, an Euren heissen Abenteuern teilzuhaben! Das Gespenst habe ich bei der Beschreibung leibhaftig vor mir gesehen. Weiterhin gute Schutzengel und viel Spass wünscht Euch Yvonne
Kommentar von Yvonne Juni 16, 2008 @ 9:27