Gespeichert unter: Kathrin
Als wir am Morgen sehr frueh zum Nationalpark aufbrachen, erhofften wir noch kurz etwas Kleines essen zu koennen, doch als wir zur Reception kamen, mussten wir zuerst eine Horde Angestellter wecken, welche auf Sofas neben leeren Whisky- und Bierflaschen schnarchten. Wir machten uns also ohne Fruehstueck auf den Weg, mit uns kam ein deutsches Paerchen, welches ebenfalls im Nationalpark uebernachten sollte. Die Busfahrt war sehr chaotisch, also normal fuer nepalesische und indische Verhaeltnisse. Wir standen einige Stunden im Stau, es war stickig und unbequem, aber wir hatten uns nichts anderes vorgestellt. Als wir dann aus dem Bus ausstiegen erwartete man uns schon, mit einem kleinen Bus gings weiter Richtung Jungel. Im Bus waren hinten grosse Saecke Lebensmittel gelagert, wir machten uns auf viel Gemuese, haupsaechlich Kartoffeln gefasst. Die Busfahrt mit dem kleinen Bus fuehrte auf einer Strasse durch den Nationalpark, an der viele Bauern ihre Haeuser hatten. Fuer mich war es ein ganz spezieller Moment, die Menschen bei ihrer Arbeit zu sehen, Frauen mit Kindern, alte Menschen die im Schatten sitzen, Ziegen mit ihren Kleinen, kurz, die reinste Idylle. Fuer eine Fotoreportage ueber Nepal waehre dies ein idealer Ort. Auf dieser Strasse liefen auch viele Kinder, die grosse Schwester mit der kleinen Schwester an der Hand oder Freunde, die gerade einen Streich aushecken, Bilder, die ich nie vergessen werde. Die Kinder schrien immer schon von weitem und winkten uns heftig, auch die Frauen lachten mich an, selten habe ich von Fremden ein solch herzliches, aufrichtiges Lachen erhalten. Mit dem Boot gings ueber den Fluss auf die Insel, auf der wir uebernachten sollten. Unser Gepaeck wurde uns abgenommen, wir mussten uns darum nicht mehr kuemmern, es wurde uns ins Bungalow gebracht.
Wir wurden herzlich empfangen, Erfrischungstuecher und Wasser standen auch bereit. Wir haben in Kathmandu eine Art Packet gekauft, wo die Hinreise, zwei Uebernachtungen, Essen, Programm im Jungel und die Weiterreise inbegriffen sind. Als erstes stand Elefantenreiten auf dem Programm, auf das wir uns schon sehr gefreut haben. Es war auch wirklich ein spezieller Moment, als wir das erste Mal auf eines dieser so faszinierenden Tiere gestiegen sind. Wir sassen also zu viert, das deutsche Paerchen und wir gehoerten schon fast zusammen, auf einem vom Regen nassen Elefantensattel, was eng und ziemlich unbequem war. Die Faszination liess uns jedoch alles vergessen und ohne zu reden stapften wir auf diesem riesigen Elefanten in den Jungel. Schon nach kurzer Zeit sahen wir von weitem ein Nashorn in einem Schlammloch baden, der Mahout, der vorne auf dem Hals sass, fuehrte den Elefanten sehr nahe an das Nashorn heran, die Distanz betrug nur noch etwa fuenf Meter. Wir fotographierten natuerlich wie wild, das Nashorn schien sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen, es erkannte uns auch nicht als Menschen, sondern nahm nur den Elefanten wahr. Staunend sassen wir auf dem Elefanten, bis sich zwei weitere Elefanten zu uns gesellten und das Nashorn ins Gebuesch verschwand. Wir gingen weiter Richtung Fluss, wo wir zwar nicht auf erhofte Tiger stiessen, uns jedoch die Natur und das Licht der Abendsonne in den Bann zogen. Nach fast zwei Stunden kehrten wir zum Camp zurueck, wo wir noch einige Zeit um den Elefanten rum standen, und den Ruessel anfassten, immer noch voller Faszination. Vor dem Abendessen hatten wir noch kurz Zeit zu duschen, wir bewohnten ein Bungalow nur wenige Meter vom Fluss enfernt. Wir assen gemeinsam mit dem deutschen Paerchen, namentlich Julia und Raphael, gingen jedoch schon um neun ins Bett, da wir totmuede von diesem eindrucksvollen Tag waren.
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Liebe Kathrin, Dein wunderschöner Bericht über den Elefantenritt hat nicht nur mich, sondern auch Ingrid sehr fasziniert. Lieber Nicolas, erst durch Euer Bloggen und die Möglichkeit der Kommen-tare habe ich alter Mensch eine neue Seite der Internet-Kommunikation kennen gelernt.Danke Ivo.
Kommentar von Ivo Frenzel Juni 23, 2008 @ 7:09