Gespeichert unter: Kathrin
Am zweiten Tag im Nationalpark wurden wir um halb sechs geweckt, so frueh sind wir definitiv noch nie aufgestanden auf unserer Reise. Es gab Tee und instant Coffee, wobei die Ameisen den Zucker und den Coffee erobert hatten und wir uns auf den Schwarztee beschraenkten. Vor dem richtigen Fruehstueck stand ein sogenanter Jungel Walk auf dem Programm, bei dem man zuerst informiert wurde, bei welchem Tier man sich wie verhalten soll, beim Baeren sollte man zum Beispiel so schnell als moeglich auf einen Baum klettern, was definitiv niemand von uns Touristen geschafft haette. Wir liefen also etwas laenger als eine Stunde quer durch den Jungel, wobei wir mehr auf unsere Fuesse achteten, als auf das, was um uns herum war. Es gab auch nicht viel zu sehen, denn zu Fuss im Jungel erkennen uns alle Tiere als Menschen und meiden unseren Weg. Mit dem Boot gings dann wieder zum Camp zurueck, wo ein trockenes Muesli mit extrem saurem Curd und alte Toeste auf uns warteten. Nach dem Fruehstueck hatten wir etwas Zeit fuer uns, eine Stunde spaehter warteten wieder die Elefanten auf uns. Diesmal hatten Nicolas und ich einen Elefanten fuer uns, was einiges komfortabler war als zu viert. Wir sahen einen relativ grossen Adler, einen Hirsch, Reh und Affen. Der Mahout stieg vom Elefanten und erklaehrte mir, ich solle doch auf den Hals sitzen fuer ein Foto, was ich dann auch tat. Ich sass also auf dem Elefantenhals und hielt mich hinten am Sitz fest, der Mahout ist sonst nur mit den Fuessen angemacht. Nachdem der Mahout Fotos gemacht hatte, setzte er sich auf meinen Platz hinten auf dem Sitz und gab dem Elefanten ein Befehl los zu laufen. Ich ritt also auf diesem grossen Tier und musste vor Begeisterung immer wieder die raue Kopfhaut mit den vielen stoppeligen Haaren anfassen. Beim Laufen spuehrte ich immer wieder die Schulterblaetter des Elefanten und war froh wieder hinten auf den Sitz zu Nicolas zu wechseln. Wieder im Camp war schon bald das Mittagessen angesagt und nach der Mittagspause, in der wir eine Stunde Schlaf nachholten, gings weiter mit Elefant Bathing. Man sagte uns, wir sollen unsere Badeanzuege anziehen, weil wir ja nass werden, wenn wir im Fluss auf dem Elefantenruecken uns vom Elefanten nassspritzen liessen. So sehr ich die europaeische freizuegige Bademode schaetze, kam sie mir hier einfach unangebracht vor. Nicolas und ich zogen einfach Kleider an, die nass werden konnten. Als wir dann zum Fluss kamen sahen wir den Elefanten schon baden, ein wunderschoenes Bild. Der „Instruktor“, wie ich ihn jetzt einmal nenne, fragte mich gleich, ob ich als erste baden wollte, es konnte immer nur einer nach dem andern auf dem Elefanten sizten. Der Instruktor war mir ehrlichgesagt ziemlich unsympathisch und ich liess Julia und Raphael vorgehen. Zudem standen eine Horde indischer Touristen neben uns, was die Sache nicht angenehmer machte. Da nur immer eine Person auf dem Elefanten sitzen konnte war man sehr exponiert und als der Instruktor mich ansah und sagte ich solle mich bereit machen, wurde mir klar, das ich das Elefant Bathing auslassen wuerde. Das Ganze kam mir ein bisschen vor, als wuerde sich der Instruktor an der europaeischen Freizuegigkeit erfreuen wollen und dass es nicht primaer um das Baden ging. Auch Nicolas verzichtete auf das Baden. Das Programm wiederholte sich mehr oder weniger und wir waren nicht unfroh, auch wenn es sehr eindruckliche Tage waren, als es am naechsten Tag wieder Richtung Zivilisation, sprich Pokhara ging.
Wie schon erwaehnt ist auch die Weiterreise im Preis inbegriffen und das Hotel schien beim Busticket einiges eingespart zu haben, denn es war alles andere als ein komfortabler Touristenbus. Im Bus war es stickig heiss und er war vollgestopft mit Einheimischenund deren Gepaeck. Im Bus waren einige Musikboxen angebracht, was mich Boeses ahnen liess. Waehrend sechs Stunden Busfahrt wurden wir von sehr lauter indischer Popmusik (wir mussten uns anschreien um uns zu verstehen) begleitet, zu der jeweils der Videoclip im Fernseher lief. Es scheint mir, als muesse diese Kultur (hauptsaechlich die indische) ihr nicht ausgelebtes Sexualleben auf die Musikbranche uebertragen, die Maenner im Bus glotzten auf jeden Fall gebannt auf den Bildschirm. 9Doch zu diesem Thema muss ich diesmal kurz fassen, vielleicht schreibe ich ein anderes mal darueber, Schreibstoff gaebe es auf jeden Fall viel.) Ich war froh um meinen Fensterplatz und betrachtete staunend die unendlich gruene und wunderschoene Natur Nepals. Etwas erschreckend waren die Lkws und deren Geruest, wenn es noch als solches erkennbar war, die von der Fahrbahn abgekommen sind. Aber auch diese Schreckensfahrt nahm ihr Ende und wir glaubten es kaum, wirklich in Pokhara angekommen zu sein. Es sollte uns eigentlich ein Taxi abholen kommen, denn wir hatten schon in einem Hotel fuer eine Nacht gebucht. Nach dieser Busfahrt wunderte es uns jedoch nicht, dass uns auch niemand abholen kam und wir nahmen mit Julia und Raphael ein Taxi, welches uns zu einem Hotel brachte, direkt neben dem See. Ende gut Alles gut, wir genossen den Abend in Pokhara sehr, denn neben unserem Hotel werden im Cafe Concerto die besten Pizzas in ganz Pokhara gemacht.
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