Gespeichert unter: Nicolas
Da wir gestern nicht sonderlich Lust hatten schon wieder auf dem See umherzufahren und wir langsam etwas uebersauerte Oberarme haben vor lauter Paddeln, sahen wir uns nach einer anderen Moeglichkeit um den Tag zu verbringen. Wir erkundigten uns in unserem Hotel nach einigen Ausflugszielen und mieteten uns einen Motorroller. Allerdings ist in Nepal das Benzin momentan mehr als knapp. Wer an der Tankstelle sechs Stunden lang ansteht, bekommt fuer einen Motorroller eine Ration von fuenf Litern Treibstoff in Einliter-Petflaschen zu je etwa Sfr. 1.70. So musste ich, bevor wir starten konnten, zuerst mit dem Vermieter zu Ihm nach Hause fahren wo er dann vor meinen Augen die drei ausgehandelten Liter Benzin aus Flaschen ins Gefaehrt kippte, peinlichst darauf bedacht keinen Tropfen des kostbaren Nass zu vergeuden; Peak Oil laesst gruessen.
Das Motorrad selbst, eine Lustige Kiste der Marke Honda, hatte eine nicht allzu stabile Strassenlage und das Anfahren mit Kathrin hinten drauf bereitete mir Anfangs etwas Muehe. Beim ersten Kreisel verknoteten sich dann aber meine Hirnwindungen, die Kombination Linksverkehr + Nepalesische “Verkehrs-Regeln” + Schlagloecher + Kuehe + Huener + Kinder war auf Anhieb nicht ganz einfach zu Handhaben. Wir kamen aber heil durch das Chaos und Spurten auf eine Strasse ein von der wir glaubten sie bringe uns zu unserem ersten Ziel, einem Grossen Wasserfall und einer Hoehle. Entweder wir haben beides uebersehen oder es war die falsche Strasse – wir landeten auf einer Passstrasse die aber durch wunderschoene Landschaften fuehrte, weshalb wir beschlossen nicht weiter nach dem Wasserfall zu suchen sondern einfach mal weiter zu fahren. So kamen wir in laendliche Berggebiete, fuhren durch Doerfer in denen die ganze Strasse mit Stroh bedeckt war, welches da zu trocknen auslag und konnten den Bauern beim Reispflanzen zusehen. Nach zwei Stunden zogen dann allerdings dicke graue Wolken auf und wir machten schnell kehrt und zogen unsere Regenjacken an. Natuerlich waren wir nicht genug schnell und so fuhren wir bald durch den stroemenden nepalesischen Monsoon. Schnell waren wir so bis auf die Haut durchnaesst. Da es aber nicht kalt war und wir nicht noch nasser werden konnten war uns der Regen dann auch egal und wir fuhren nicht direkt nach Hause sondern erkundeten noch bis zum Einbruch der Dunkelheit die Umgebung von Pokhara.
Da wir nun bald zwei Wochen hier sind ist es nun Zeit auch mal weiterzureisen und so verabschieden wir uns morgen schweren Herzens von Pokhara und setzen uns in den Bus zurueck nach Kathmandu, wo wir nochmal zwei Tage verbringen. Von Kathmandu gehts dann weiter an die Ostgrenze Richtung Darjeeling und Sikkim. Da die Busfahrt von Kathmandu an die Grenze ganze 17 Stunden dauern wuerde und die Ueberlandstrasse durch die Ostprovinzen waehrend der Monsoonzeit nicht ganz ungefaehrlich ist, haben wir uns kurzerhand einen Flug gebucht der uns von Kathmandu nach Bahdrapur bringt, einem kleinen Flugplatz an der Grenze. Neben der Zeitersparnis und der Sicherheit hoffen wir auch einen guten Ausblick auf den Himalaya/Everest zu haben, der sich zu dieser Jahreszeit von unten immer hinter einer dicken Wolkendecke versteckt.
2 Kommentare bis jetzt
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Kaum haben sich in Nepal die polit.Verhältnisse geändert, wird Benzin knapp und teuer.Aber Ihr habt doch einen schönen Ausflug gehabt.Und nun liegen das Königreich der 1000 Täler im Osthimalaya und die edelste Teeanbauregion der Welt vor Euch! Beneidenswert! Bon voyage! Ivo
Kommentar von Ivo Frenzel Juli 6, 2008 @ 9:25Hallo travellers, na, ein bisschen schreibfaul geworden? Oder hat der Monsum die Internetcafes weggeschwemmt? Ich vermisse jedenfalls eure Blog-Einträge. Seid ihr schon in den Teeplantagen? Habt ihr den Fuss des Himalaya geküsst? Seid ihr mit jener sagenhaften Schmalspurbahn gefahren, welche die Unesco zum Welterbe erkoren hat? Fragen über Fragen. Ich freue mich auf neue Lektüre. Mic
Kommentar von Mic Juli 11, 2008 @ 6:36